Über das Projekt

Nach 1.105.604 Seemeilen auf den Weltmeeren wird das alte Decksholz des Forschungschiffes METEOR zu neuem Leben erweckt.

Drei Gestalter schaffen aus dem weit gereisten Holz Möbel und Objekte.

Der Erlös aus dem Verkauf kommt durch Projekte des Vereins AQUEIS e.V. Kindern und Jugendlichen zu Gute.

Das Zweite Leben

... von 25 Jahren Decksholz des FS METEOR heißt die Möbelserie, die aus dem Altholz entstanden ist. Ihre schlichte Formsprache in einfacher Geometrie stellt das Holz in den Vordergrund. Die bewegte Geschichte wird in der Beschaf- fenheit des Holzes unmittelbar erfahrbar. Die Bearbeitung der Oberflächen ist auf ein Minimum beschränkt, um die Strukturen sichtbar und fühlbar zu halten. Lediglich dunkler gewachster Stahl geht als Werkstoff eine Symbiose mit dem rohen wettergegerbten Holz ein und hält sich dezent im Hintergrund.

Tisch

Variante A: B 300 x T 105 x H 75 cm
Variante B: B 220 x T 93 x H 75 cm

Für den Tisch werden die vollen Bongossiplanken zu einer großen Platte zusammengefügt. Die Plattenunterseite ist gehobelt und geschliffen. Die Oberseite spiegelt das wettergegerbte Deck des FS METEOR wieder. Das schlichte Stahlgestell trägt die massive Platte und bringt sie besonders zur Geltung.

Bank

Variante A: B 300 x T 36 x H 45 cm
Variante A: B 150 x T 36 x H 45 cm

Die Bank wird aus 40 mm starken Bongossiplanken gefertigt
und ist in 150 und 300 cm Länge erhältlich.

Sideboard

Maße: B 150 x T 23 x H 90 cm

Durch die rauen, nach außen sichtbaren Plankenseiten und das bearbeitete glatte Holz auf der Innenseite entsteht ein interessantes Wechselspiel der Oberflächen. Der Korpus thront auf hohen Stahlbeinen, die sich gestalterisch dezent im Hintergrund halten. Für den Korpus des Sideboards werden die Bongossiplanken auf 30 mm Stärke geschnitten und geschliffen.

Hocker

Maße: B 48 x T 23 x H 37 cm
Zwei Variationen

Die Hocker gibt es in zwei Varianten, die besonders gerne zusammenstehen. Während der eine außen die rohe Oberseite des Decksholzes zeigt, bringt der andere die edle Struktur und Farbe des Bongossi zur Geltung. Die raue Seite ist hier nach innen gekehrt. Die Bongossiplanken, die für die Hocker verarbeitet werden, sind 23 mm stark.

Planke

Maße: B 25-300 x T 12 x H 6 cm

Die Planke ist ein eindrucksvolles, pures Objekt. Das Decksholz ist im Urzustand mit nur minimaler Bearbeitung belassen und bietet so einen Einblick in seine wechselvolle Geschichte. Die Länge kann zwischen 25 und 300 cm variabel angepasst werden.

Limitierte Auflage

Das gesamte Arbeitsdeck des FS METEOR umfasst etwa 450 Quadratmeter, daraus konnten 30 Kubikmeter Holzplanken gerettet werden. Für die Herstellung eines Tisches wird etwa ein Kubikmeter benötigt. Es werden Möbel hergestellt, bis das Holz aufgebraucht ist. Sonderfertigungen auf Anfrage.
Entwürfe von Tilman Richter, Klaas-Marten Seekamp und Benjamin Suck. Manufaktur durch MB-Holzdesign, Garrel.

Geschichte

Die Idee: Gebannt starren wir auf die großen Monitore, die die Kamerabilder des Unterwasserroboters zeigen. Unter uns liegen mehr als zwei Kilometer Wassertiefe. Am Meeresboden brodeln 200 °C heiße Quellen. Faustgroße Muscheln liegen dicht gepackt entlang von Spalten im schwarzen Lavagestein. Große Krabben versuchen mit ihren kräftigen Scheren, die Muscheln zu knacken. Filigrane Garnelen schweben nahe an den Schloten, aus denen das heiße Wasser in den eiskalten Ozean austritt und sich wie schimmernder Rauch im Schwarz der Tiefsee verliert. Als Meeresbiologe befinde ich mich an Bord des deutschen Forschungsschiffs METEOR zusammen mit zwei Dutzend weiterer Wissenschaftler und ebenso vielen Besatzungsmitgliedern. Hier draußen, mitten im Atlantik sind wir den Geheimnissen der Tiefseevulkane, den sogenannten „weißen“ und „schwarzen Rauchern“ auf der Spur. Wir wollen besser verstehen, wie die Hydrothermalquellen diese Oasen des Lebens in der Tiefsee gestalten und wie die Tiere in Symbiose mit Bakterien es schaffen, diese Oasen erfolgreich zu besiedeln. Die Faszination hält uns an den Bildschirmen, bis das Remotely Operated Vehicle, kurz ROV, den Meeresboden verlässt, um Proben an die Oberfläche zu bringen. In der Wartezeit spreche ich mit dem Deckspersonal über das Holz, mit dem eben jenes Arbeitsdeck verkleidet ist, auf dem wir die Ankunft des Tiefseeroboters erwarten. In den Arbeits- räumen im Innern der METEOR ist das Decksholz noch rötlich leuchtend, hier draußen braungrau, verwittert, mit Scharten, Löchern, Rissen – geschunden aber der See trotzend.
„Das wird beim nächsten Werftaufenthalt ausgetauscht“, erfahre ich vom Bootsmann. Und: „Ja, das wird dann entsorgt“. „Damit kann man doch was Sinnvolles machen“, denke ich später bei mir und falle nach 20 Stunden Arbeit in tiefen Schlaf. Kapitän Baschek ist begeistert, als ich ihm erzähle, dass ich mich darum bemühen möchte, das Decksholz der METEOR nach 25 Jahren Fahrt einer neuen Bestimmung zuzuführen. Es sollen, so mein Traum, Möbel daraus entstehen, Objekte, in denen das Holz weiterlebt, denen man die Geschichte ansieht. Und die dazu beitragen, die Kenntnis über unsere Ozeane und ihre Bewohner zu mehren und zu verbreiten. Ein Verein soll mit dem Erlös gefördert werden, um vor allem junge Menschen zu erreichen. Kapitän Baschek kontaktiert über Satellit die Leitstelle in Hamburg, die die Schiffsaktivitäten koordiniert. Dort nimmt Kapitän Jakobi die Idee auf und setzt sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung und bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die das FS METEOR betreiben und finanzieren, dafür ein, dass unser Verein AQUEIS e.V. das Altholz bekommen kann. Im Oktober 2011, rund ein Jahr nach der Forschungsfahrt zum Mittelatlantischen Rücken, wird das Deck in der MWB-Werft in Bremerhaven herausgerissen und zur Einlagerung gebracht. über 40 Tonnen Decksplanken müssen nun erst einmal trocknen, bevor sie weiterverarbeitet werden können.

Christian Lott

1.105.604 Seemeilen

..., eine Strecke so weit wie zweieinhalb Mal zum Mond und zurück, hat das Forschungsschiff in 25 Jahren befahren. Das Decksholz hat alles ertragen. Sengende tropische Hitze, klirrende Kälte, Eis, Schnee, Hagel, Stürme. Dazu haben tonnenschwere ozeanografische Geräte, die bei rauer See in Bewegung geraten, ihre tiefen Spuren hinterlassen. Tiefseeschlamm, Jahrmillionen alt, ergoss sich übers Deck. Bizarre Fische, Krebse, Quallen, wie aus einer anderen Welt wurden hier zum ersten Mal ans Tageslicht gebracht. Und Generationen internationaler Meeresforscher sind auf Knien über diese Planken gerutscht und haben mit ihren bahnbrechenden Entdeckungen den Blick auf unsere Ozeane nachhaltig verändert. Als Decksbeplankung wurde das widerständige Bongossi, ein tropisches Hartholz gewählt. Es ist so schwer, dass es nicht schwimmt und auch rotes Eisenholz genannt wird. Dank seiner natürlichen Inhaltsstoffe ist es resistent gegen Feuchtigkeit und Fäulnis.
Bongossi ist kein übliches Möbelholz, da es schwierig zu verarbeiten ist. Außerdem brauchte es über drei Jahre, bis die Feuchtigkeit so weit aus dem Holz gewichen war, um daraus Möbel zu fertigen. Das Meer läßt das Holz nur zögerlich los. Wichtig war auch, dass das Holz während des Gebrauchs keine bedenklichen Verunreinigungen aufgenommen hatte. Das Bremer Umweltlabor Dr. Döring hat deshalb das Holz auf Schadstoffe untersucht und konnte die Unbedenklichkeit bescheinigen. Die Gestalter Tilman Richter, Klaas-Marten Seekamp und Benjamin Suck gingen begeistert ans Werk und schufen eine Möbelserie, die nun den Namen „DasZweiteLeben“ trägt.

Kooperation

Das Projekt ist eine Kooperation von AQUEIS e.V.
und den Gestaltern Tilman Richter, Klaas-Marten Seekamp und Benjamin Suck.

Die Gestalter

Benjamin Suck, Tilman Richter und Klaas-Marten Seekamp waren von Anfang an bei dem Projekt dabei. Sie setzten die Idee, aus dem weit gereisten Decksholz etwas Neues zu kreieren, konsequent um und schufen so „DasZweiteLeben“.

Die drei lernten sich an der Bremer Hochschule für Künste beim Studium des Integrierten Designs kennen und arbeiten seitdem an eigenen und auch an gemeinsamen Projekten.

Der Verein

Gegründet von Meereswissenschaftlern fördert der Verein AQUEIS e.V. die Erforschung von Gewässern, vor allem die des Meeres. Hierzu werden Kurse für Kinder und Jugendliche angeboten und Stipendien vergeben. Die Wissensverbreitung durch Medien ist ein weiterer wichtiger Baustein des Vereinskonzepts. Bei AQUEIS e.V. können sich vor allem junge Menschen um finanzielle Hilfe für ihr Projekt bewerben, beispielsweise zum Besuch eines außeruniversitären Spezialkurses oder zur Anfertigung einer Forschungsarbeit im Ausland. Außerdem unterstützt AQUEIS e.V. junge Forscher bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften.

School on the Beach

Raus aus dem Klassenzimmer und zum Unterricht direkt ans Meer! Das ist die Devise der Veranstaltungs- reihe, die AQUEIS e.V. seit mehreren Jahren mit großem Erfolg in Zusammen- arbeit mit den Meeresbiologen des HYDRA-Instituts für Meereswissen- schaften durchführt. Lokale Schulklassen werden eingeladen, um direkt am Strand an lebenden Organismen in Aquarien und unter dem Mikroskop das Meer und seine Bewohner kennenzulernen. Die Strandbar wird so zum Meeresbio-Camp. Dieses Erfolgskonzept wird nun ausgebaut, indem AQUEIS e.V. Forscher- kollegen und Tourismusbetreiber an den Küsten dieser Welt koordiniert, um School on the Beach an ihrem Strand durch- führen zu lassen. Die Kinder berichten in Zeichnungen und kurzen Nachrichten über ihre Erfahrungen und teilen diese mit anderen Kindern über die Website von AQUEIS e.V.

TRÄGER DES PROJEKTES
AQUEIS e.V.
Vorsitzende:
Dr. Miriam Weber,
Dipl.-Biol. Stephan Pfannschmidt
Seestr. 8
D-80802 München
e: info@aqueis.org

ANFRAGEN UND BESTELLUNGEN
e: meteorholz@aqueis.org

WEBSEITEN
www.aqueis.org
www.meteorholz.de
www.daszweiteleben.com

MÖBEL ZUM ANSEHEN
Gerne nennen wir Ihnen Showrooms und Partner, bei denen Sie die Möbel ansehen und anfassen können.

GESTALTUNG
Tilman Richter
Kulmer Straße 20A (Hinterhof)
D-10783 Berlin
m: 0049 176 2401 8019
e: til@thisiswhatif.de

Klaas-Marten Seekamp
Sedanstraße 44
D-28201 Bremen
m:0049 163 2933 851
e: info@klaasseekamp.de

Benjamin Suck
Beim Handelsmuseum 9
D-28195 Bremen
m: 0049 176 2316 7464
e: ben@thisiswhatif.de
MANUFAKTUR
MB Holzdesign GmbH
Dieselstraße 29
D-49681 Garrel
t: 04474-934355
www.mb-holzdesign.de
e: info@mb-holzdesign.de

FOTOGRAFEN
Johanna Ahlert
Tim Klausing
Caspar Sessler

PARTNER UND UNTERSTÜTZER
Bundesministerium für Bildung und Forschung , DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft , Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe an der Universität Hamburg , Reederei Laeisz Bremenhaven, MWB Motorenwerke Bremerhaven AG, Dr. Döring Laboratorien, Effrosyni Kontogeorgou, HYDRA Institute, Duygu S. Sevilgen, Olaf Nehme und der Taxus Holzwerkstatt und natürlich Kapitän und Mannschaft des FS METEOR.

Sagen Sie Hallo

Für generelle Fragen und Informationen rund um das Projekt,
schicken Sie bitte eine Email an info@daszweiteleben.com.

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